Erdwärme

Im Erdreich wird die Wärme aus der Umwelt  gespeichert und in die tieferen Schichten zudem die des heißen Erdkerns geleitet. Letztere ist im engeren Sinne Erdwärme, die durch tiefe Erdsonden nutzbar gemacht werden kann. Tiefengeothermie, bei der tatsächlich Erdwärme angezapft wird, kommt in unserer Region kaum irgendwo zum Einsatz.

Die oberflächennahe Geothermie für die private Heizung nutzt die durch Erdreich gedämpften jahreszeitlichen Schwankungen der Temperatur.  In 5 bis 10 m Tiefe ist die im Boden gemessene Temperatur praktisch auf die Jahresmitteltemperatur des jeweiligen Standortes nivelliert. Diese beträgt in unserer Region etwa 8 bis 10 °C.

Diesen Dämpfungseffekt machen wir uns durch Wärmepumpen nutzbar. Die Verwendung dieser Umweltwärme aus dem oberen Erdreich kann durchaus eine sinnvolle Möglichkeit sein. Als Erneuerbare Energie ist sie aber nur dann zu bezeichnen, wenn hierfür auch Ökostrom verwendet wird und wenn die Relation erzeugte Wärme zu eingesetztem Strom, die sog. Arbeitszahl einen Wert über 3 erreicht.

Die Wärmepumpe nimmt thermische Energie meist aus dem Erdreich auf und gibt sie als Nutzwärme mit höherer Temperatur an den zu beheizenden Raum ab. Dieser Prozess ist somit letztlich die Umkehrung der Kraft-Wärme-Kopplung, bei dem Wärmeenergie mit hoher Temperatur aufgenommen, teilweise in mechanische Nutzarbeit umgewandelt und dabei die Restenergie als Abwärme abgeführt wird. Da die Relation erzeugter Strom zu Abwärme in der Relation 1:3 steht, gibt es nur einen Effizienzgewinn, wenn die Arbeitszahl höher als 3 ist. Mit einer Wärmepumpenheizung kann im Sommer auch gekühlt werden.

Das hessische Landesamt für Umwelt und Geologie bietet online Kartenmaterial für eine hydrogeologische und wasserwirtschaftliche Standortbeurteilung. Diese stehen in zwei Dateiformaten (pdf und jpg) auf deren Webseite zur Verfügung und werden bei Bedarf aktualisiert.

Förderprogramme hierfür finden Sie » hier.

Den aktuellen Status der Nutzung der echten, der Tiefengeothermie zur Stromerzeugung in Mittelhessen können Sie bei EnergyMap einsehen, sowie auf der Webseite des Regierungspräsidiums Gießen „Mittelhessen ist voller Energie“ die Energieuhr zum Ausbaustand der Erneuerbaren Energien. Die Energiepotenziale der einzelnen Kommunen können » hier berechnet werden.

Praxisbeispiele aus den Landkreisen der Region Mittelhessen finden Sie » hier.