Windkraft, Artenschutz und Bürgerbeteiligung

Limburg, 7.10.2015. Die größte Kontroverse des Abends resultierte aus den Einschränkungen des Repowerings von Windanlagen, die der neue Teilregionalplan Mittelhessen bringen soll. Nicht nur, dass Altanlagen, wenn sie weniger als 1000 Meter Abstand zu Siedlungen haben, nicht durch größere effektivere Anlagen ersetzt werden dürfen. Der Regionalplan sieht auch eine 15 ha Regel für Vorrangflächen vor, die auch die Altstandorte betrifft. Für die grüne Fraktion in der Regionalversammlung Mittelhessen, die zu einer öffentlichen Fraktionssitzung eingeladen hatte, wird dies Anlass sein, die Zweckmäßigkeit dieser Regel für Altstandorte in Frage zu stellen, kündigte deren Fraktionsvorsitzender Dr. Karsten McGovern an.

Zuvor hatte McGovern den Sachstand zum Teilregionalplan dargestellt und nochmals darauf hingewiesen, dass die Energiewende in Mittelhessen ohne Windkraft nicht erreichbar sein wird. Vortrag McGovern Sachstand Teilregionalplan 2015

Claudia Bröcker von der Regionalplanung des RP Gießen stellte anschließend die Vorgehensweise zur Sicherstellung des Natur- und Artenschutzes dar. Vortrag Frau Bröcker Windkraft und Naturschutz

Auf die Frage nach der Möglichkeit einer Kommune auch die eigenen Bürgerinnen und Bürger an der Investition in naheliegende Windkraftanlagen zu beteiligen, gab Uwe Volz von der Stadt Stadtallendorf Auskunft. Er stellte vor, dass für die Realisierung von 5 Windkraftanlagen in der Nähe Stadtallendorfs auf einer neuen im Regionalplan befindlichen Fläche von einer GmbH organisiert werden soll, die zur Hälfte der Stadt Stadtallendorf und der anderen Hälfte der Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf gehört. Die EAM Natur ist als Partner beteiligt und trägt das Projektentwicklungsrisiko, wodurch entscheidende kommunalrechtliche Hürden der Beteiligung übersprungen werden konnten.