Chancen der KWK für die Energiewende werden vertan

Bundesgrüne: Schwarz-Gelb springt bei Kraft-Wärme-Kopplung viel zu kurz

Der Gesetzesentwurf der Koalition zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) fällt in der Beurteilung der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen durch. Der Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz Oliver Krischer zieht ein ernüchterndes Fazit.

Mit schwarz-gelber Mehrheit wurde eine Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes beschlossen. Das neue KWKG bringt zwar einige Verbesserungen, greift aber an den entscheidenden Stellen viel zu kurz. Anstatt die notwendigen Investitionsanreize zu setzen, damit das Ziel eines KWK-Anteils von 25 Prozent an der Stromerzeugung im Jahr 2020 erreicht wird, vergibt Schwarz-Gelb eine große Chance für den Bau von dezentralen, flexiblen und hocheffizienten KWK-Kraftwerken. Aber genau die brauchen wir für die Energiewende, um die schwankende Erzeugung aus Sonne und Wind auszugleichen.

Richtig ist die jetzt beschlossene Einführung einer Förderung von Wärme- und Kältespeichern. Aber das ist viel zu wenig: Die Erhöhung der Fördersätze um nur 0,3 Cent/kWh reicht bei weitem nicht aus, um den Neubau von dringend benötigten Kraftwerken als Ergänzung zur fluktuierenden Stromeinspeisung aus Wind und Sonne auszulösen. Die gestiegenen Anlagenkosten von bis zu 30 Prozent werden von der Koalition einfach ignoriert. Gerade im Segment der dezentralen Mikro-KWK bleiben die notwendigen Anreize völlig aus. Damit verpasst Schwarz-Gelb erneut, die Energiewende zügig voranzutreiben. Da vom vorhandenen Fördertopf von 750 Millionen Euro im Jahr 2011 nur ca. 160 Millionen Euro abgerufen wurden und praktisch kein KWK-Ausbau stattfindet, gibt es ausreichend Spielraum für weitere Anreize.

KWK ist eine Hocheffizienztechnologie mit Wirkungsgraden von bis zu 90 Prozent, die durch die gleichzeitige Produktion von Strom und Wärme/Kälte einen unverzichtbaren Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung leistet. Die Anwendungsmöglichkeiten der KWK reichen dabei von Kleinanlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern, über mittelgroße Anlagen zur Versorgung von Stadtquartieren und kleineren Industrie- und Gewerbekomplexen, bis hin zu Großanlagen der Fernwärmeversorgung.