Die Energiewende mit den Bürgern gestalten

Tarek al-Wazir und Ulf Schmidl bei der Grünen Lounge
Tarek al-Wazir und Ulf Schmidl bei der Grünen Lounge
Unter diesem Motto fand am Mittwoch, den 29. Februar eine Grüne Lounge im TTZ in Marburg statt. Mit dabei waren Tarek al Wazir, der Fraktionsvorsitzende der  Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der Anlageexperte Ulf Schmidl vom Zukunftsforum Gladenbach und Prof. Dr. Hans Ackermann der langjährige Leiter des  Arbeitskreis Energie im BUND.  Die gut besuchte Veranstaltung wurde moderiert von Dr. Franz Kahle, Bürgermeister der Stadt Marburg. In einer engagierten Diskussion wurden viele Fragen besprochen, wie die Energiewende im Sinne der Bürger gestaltet werden kann.

Tarek al-Wazir nahm als Fraktionsvorsitzender der  Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am Hessischen Energiegipfel teil, um „einer Landesregierung, die die Energiewende in Hessen ein Jahrzehnt lang blockiert hat, bei der Suche nach dem richtigen Weg zu helfen“. Er verdeutlichte, wie sehr sich der kleinere Koalitionspartner weiter gegen sinnvolle kommuale Gestaltungsmöglichkeiten sperrte. Der Bankkaufmann Ulf Schmidl ist ein Mitstreiter im Gladenbacher Zukunftsforum, das sich für den Bau eines Bürgerwindrades in Gladenbach unter der Regie einer Genossenschaft einsetzt. Er konnte seine Erfahrungen mit Projektierern einbringen, die nur das eigene Interesse verfolgen.

Schließlich lieferte der Physiker Prof. Dr. Hans Ackermann Hintergrundinformationen zum langen Weg zu 100% Ernerneuerbare Energien. Er war bis vor Kurzem Sprecher des BUND-Arbeitskreises Energie Hessen und ist bekannt als unermüdlicher Promotor der Energiewende

Seit dem „Energiegipfel“ gilt die Energiewende nun auch in Hessen als überparteilicher Konsens. Zu ihrer Ausgestaltung soll vor allem den Kommunen eine Schlüsselrolle zukommen. Dabei lautet der Auftrag, die Bürgerinnen und Bürger am Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beteiligen. Insbesondere beim Ausbau der Windenergie wirft dies viele Frage auf:
•    Was ist unter Bürgerbeteiligung zu verstehen und welche Ziele werden damit verfolgt?
•    Wie können die BürgerInnen die Energiewende mitgestalten?
•    Wie können die Kommunen und die lokalen Energieversorger ihrer Schlüsselrolle gerecht werden?
Diese Fragen und viele mehr wurden in einer engagierten Diskussion mit den Experten diskutiert. Natürlich spielte auch die geplante drastische Solarförderkürzung der Bundes-regierung eine  Rolle in der Diskussion. Die hesssische Solarindustrie hatte in de letzten Tagen auf die einschneidende Wirkung aufmerlksam gemacht.

Viele Kommunen in der Region sind dabei ihre Klimaschutzkonzepte umzusetzen. So einige Vorhaben im Bereich Photovolatik müssen nun auf Eis gelegt werden, da derzeit keine Wirtschaftlichkeit mehr gegeben ist. Dabei wurde in der Diskussion darauf hingewiesen, dass Photovoltaikanlagen die Anlagen mit der größten Wertschöpfung sind, wie eine Studie belege, die das Bundesumweltministerium selbst im letzten Jahr hat erarbeiten lassen. Bei Handwerker und Hausbesitzer, aber auch bei den Banken der Region bleibe ein Großteil der Einspeisevergütung. Nach Ablauf der Förderung trage der eingespeiste Strom zur Verbilligung des Energiepreises bei. Der Effekt beginne sich schon jetzt zu zeigen, wie an der Strombörse in diesem Winter zu erleben gewesen sei.